Ende März kommt die erste Sonne...
Kaum zu glauben, ...
Aus mir unerklärlichen Gründen sind alle Änderungen...
Wenn wir Besuch durch unser Haus führen und zum Schlafzimmer kommen, wird eigentlich jedes Mal die Frage gestellt, ob wir die Temperatur in unserem Schlafzimmer separat einstellen können. Gemeint ist natürlich immer, ob man es in dem Zimmer auch richtig kalt machen kann.
Da wir mit einer zentralen Lüftungsanlage lüften und nachheizen, die in den Wohn- und Schlafräumen Zuluftventile besitzt, kann es natürlich im Schlafzimmer, in dem relativ viel Frischluft zugeführt wird, nicht (viel) kälter als im Rest des Hauses sein. Etwas vielleicht schon, da die Lüftungsrohre zum Schlafzimmer an den Nachheizregistern vorbeigeführt sind. Aber wenn dadurch die Luft viel kälter wäre, würde natürlich etwas mit der Wärmerückgewinnung etwas nicht stimmen, so dass dieser (zumindest bei aktiver Nacherwärmung) zwar vorhandene Unterschied in der Praxis eigentlich nicht zu spüren ist, da auch die frische Luft von draussen durch den Wärmetauscher auch nicht mehr kalt ist.
Die Frage ist aber nun, warum es im Schlafzimmer immer viel kälter als im Rest des Hauses sein sollte. Ein Grund könnte natürlich sein, dass man bei hin- und wieder geöffneter Schlafzimmertür die Feuchtigkeit der Luft aus den wärmeren Räumen zur Kondensation bringen möchte und so vielleicht zu hohe Luftfeuchtigkeit im Rest des Hauses zu senken und den Schimmel vermehrt im Schlafzimmer entstehen zu lassen. Dies wird wohl niemand als Grund anführen, aber eine Folge eines zu kalten Schlafzimmers im Vergleich zum Rest der Wohnräume könnte dies schon sein, gerade in Verbindung mit falschem Lüftungsverhalten.
Aber im Ernst, jeder kennt das Bedürfnis, spätestens morgens das Fenster im Schlafzimmer aufzumachen und frische Luft reinzulassen. Aber geht es dabei wirklich um die kalte oder nur um die frische Luft? Im Winter ist es selbstverständlich, dass die frische Luft auch automatisch kalte Luft ist. Beim Lüften im Sommer beschwert sich andererseits aber auch niemand, dass die Luft nur frisch und nicht auch noch kalt ist. Somit liegt die Vermutung nahe, dass es sich bei dem Bedürfnis nach Kälte im Schlafzimmer einfach um eine angewöhnte Empfindung handelt, die die frische und zwangsweise kalte Luft mit sich bringt. Im "normalen" Haus hat man natürlich nicht die Möglichkeit, zwischen frischer und kalter Luft zu differenzieren. Anders im Passivhaus (oder in anderen Häusern mit Lüftungsanlage), da hier die frische Luft nicht gleichzeitig kalt sein muss. Hier hat man selbst morgens beim Aufwachen immer noch so frische Luft im Zimmer wie beim schlafengehen, so dass sich das Bedürfnis, das Fenster aufzumachen, eigentlich in Luft auflöst, falls man sich vom Kopf her darauf einlassen kann.
Im Sommer, wenn es draussen wärmer ist und man durch die Lüftung das Schlafzimmer nicht so kalt bekommt, passt sich jeder durch leichtere Kleidung und Sommerbettwäsche an und ist zufrieden. Aber wer schreibt denn vor, dass man beim Wechsel in die kalte Jahreszeit unbedingt auf dickere Bettwäsche umsteigen muss? Wenn neben den Temperaturverhältnissen auch die Kleidung und die Bettwäsche unverändert bleiben, ist doch alles so, wie man es im Sommer als angenehm empfunden hat. Das Einzige, was man ablegen muss, ist das angewöhnte Gefühl: frische Luft im Winter muss auch kalt sein. Dies ist nur bei der traditionellen Fensterlüftung der Fall, bei der Lüftung mittels einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ist dieser Zusammenhang überholt.